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18.12.2017

Projekte im ländlichen Raum werden gefördert

Landrätin übergibt Förderbescheide für sechs Vorhaben zur Verbesserung der Naherholung, der Traditionspflege und des Gemeindelebens

Marburg-Biedenkopf – Förderbescheide für die Dorf- und Regionalentwicklung in einer Gesamthöhe von 103.898 Euro hat Landrätin Kirsten Fründt an die Vertreter der Universitätsstadt Marburg, der Städte Neustadt und Stadtallendorf, der Gemeinden Fronhausen und Weimar sowie an die LEADER-Region Marburger Land übergeben. Mit dem Geld werden unter anderem Projekte zur Steigerung der Naherholung, der Traditionspflege und des Gemeindelebens gefördert.

„Die finanziellen Mittel der Dorf- und Regionalentwicklung aus den Fördertöpfen des Landes und der Europäischen Union geben uns zusätzliche Möglichkeiten, den ländlichen Raum als attraktiven Lebensraum zu gestalten. Dazu gehören neben unternehmerischen Aktivitäten vor allem Angebote zur Pflege von Traditionen, des Gemeindelebens und auch zur Naherholung“, sagte Landrätin Kirsten Fründt.

Die geförderten Projekte:

Im Zuge der Dorferneuerung entsteht im Marburger Außenstadtteil Gisselberg ein Ort der Begegnung. Die Freifläche im Ortsmittelpunkt, in direkter Nähe zum Bürgerhaus, Kindergarten sowie Spiel- und Bolzplatz, soll zukünftig mit Sitzgelegenheiten und Fitnessgeräten zum Verweilen von Jung und Alt einladen. Hierzu gehört auch eine ansprechende Gestaltung mit Blütensträuchern und Findlingen. Von den Gesamtkosten in Höhe von 31.469,55 Euro werden 14.544 Euro bezuschusst.

Nachdem 2011 das Gewölbe fast vollständig ein gebrochen ist, ist in der Gemeinde Fronhausen das Backhaus in Hassenhausen nicht mehr benutzbar. Dies soll sich nun ändern. Der Innenraum des Backhauses wird renoviert und der Backofen sowie die Elektroinstallationen erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten soll aber nicht nur wieder die Möglichkeit zum familiären Brotbacken bestehen: Um die althergebrachte Tradition der Backkunst auch künftigen Generationen zu vermitteln, sollen auch Angebote für die Kindergärten Bellnhausen und Fronhausen sowie die umliegenden Schulen, geschaffen werden.

Derzeit ist bereits die Gründung eines Backhausvereins zur Unterstützung der Arbeiten und der Organisation der neuen Angebote in Planung. Bei dem Projekt, dass die alte Backkunst bewahren und neue Angebote für die Dorfgemeinschaft schaffen soll, wird die Gemeinde Fronhausen bei den Gesamtkosten in Höhe von 43.656,42 Euro mit 23.321 Euro unterstützt.

Ein gemeinsames Projekt der LEADER-Regionen Marburger Land, Burgwald-Ederbergland und Kellerwald sowie der Stadt Neustadt hat den Ausbau und die Attraktivitätssteigerung des Radtourismus am Wiera-Wohra-Radweg zum Ziel. Auf der Strecke, die den Hessischen Radfernweg mit der Mittellandroute verbindet und von Neustadt über Gilserberg nach Gemünden führt, sollen unter anderem Wegweiser aufgebaut und Rastplätze mit Tisch-Bank-Kombinationen und Infotafeln zum Wegeverlauf errichtet werden. Für die Arbeiten sind insgesamt 29.314,46 Euro eingeplant. Die Stadt Neustadt mit 18.475 Euro unterstützt.

Ein weiteres Angebot zur Naherholung wird auch in Stadtallendorf geschaffen. Zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, dem Verein Wanderfreunde Hatzbachtal e.V. und den Ortsbeiräten der Stadtteile Erksdorf, Hatzbach und Wolferode wurden gleich vier Wanderrundwege erarbeitet, die die genannten Stadtteile miteinander verbinden. Gefördert werden Wegweiser, Infotafeln und weiteres Infomaterial zu den jeweiligen Besonderheiten der Wege. Dazu gehört beispielsweise der Hatzbacher Sagenrundweg, auf dem insgesamt 15 Hinweistafeln über lokale Sagen und Legenden berichten. Hierzu werden die Gesamtkosten in Höhe von 68.425 Euro mit 31.625 Euro bezuschusst.

In der Gemeinde Weimar liegt die Schutzhütte in Niederwalgern an einem Naturerlebnispfad und in direkter Nachbarschaft zu einer Streuobstwiese, so dass die Hütte von vielen unterschiedlichen Gruppen für Veranstaltungen genutzt wird. Das bestehende Angebot soll um das Thema Biologische Vielfalt ergänzt und auch für Schulen und Kindergärten ausgebaut werden. Um dem gerecht zu werden, werden einige bauliche Veränderungen vorgenommen und eine Küchenzeile eingebaut. Eingebunden sind der Verein zur Förderung von Niederwalgern und der Förderkreis Kultur in der Region, die sich seit langem beim Betrieb der Schutzhütte einbringen und sich beim geplanten Umbau mit viel Eigenleistung beteiligen werden. Die Gesamtkosten in Höhe von 24.939,43 Euro werden mit 13.622 Euro bezuschusst.

Schließlich wird die Weiterentwicklung des Regionalen Entwicklungskonzeptes der LEADER-Region Marburger Land gefördert. Die Region betreut, wie auch die beiden anderen für den Landkreis zuständigen Regionen Burgwald-Ederbergland und Lahn-Dill-Bergland, Anträge auf Projektförderungen durch das Land Hessen und die Europäische Union im Rahmen des LEADER-Programmes. Dazu zählen beispielsweise die oben genannten Projekte, die allesamt unter der Begleitung der LEADER-Region Marburger Land zu ihrer Förderung kamen.

Nun wird auch der Verein Region Marburger Land e.V., der die Arbeiten zum LEADER-Programm trägt, selbst finanziell unterstützt. Damit soll zur Halbzeit der Förderperiode ein Strategieworkshop organisiert werden, bei dem die relevanten Akteure der Region, also Bürgermeister, die Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Arbeitskreise und des Regionalmanagements sowie und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle die bisherige Umsetzung des Konzeptes überprüfen, bewerten und falls erforderlich neu ausrichten. Die Gesamtkosten in Höhe von 3.665,20 Euro werden hierbei mit 2.310 Euro gefördert.

Hintergrund:

Die Europäische Union und das Land Hessen unterstützen ländliche Regionen mit speziellen Förderprogrammen, die als Anschubfinanzierung für eigenständige Regionalentwicklungen gedacht sind. Eines dieser Programme ist LEADER. Die Abkürzung LEADER steht dabei für die aus dem Französischen übersetzte Bedeutung „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.

Damit fördert die Europäische Union seit 1991 Projekte, in die sich Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen direkt vor Ort einbringen und zur nachhaltigen Stärkung ländlicher Räume beitragen können.

Voraussetzung dazu ist, dass diese Projekte in einer anerkannten LEADER-Region umgesetzt werden. Die Regionen unterstützen und begleiten eine jeweilige Lokale Aktionsgruppe bei der Umsetzung ihrer Lokalen Entwicklungsstrategie und betreut all jene, die Projekte auf den Weg bringen möchten.

Hessenweit fließen 50 Millionen Euro Fördergelder der EU und dem Land Hessen in insgesamt 24 LEADER-Regionen. Für die Kommunen im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind die drei LEADER-Regionen Marburger-Land, Burgwald-Ederbergland sowie Lahn-Dill-Bergland.