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19.06.2017

Finanzspritze stärkt die Region

Landrätin übergibt Förderbescheide für Dorf- und Regionalentwicklung / 315.000 Euro für 12 Projekte in Marburg, Münchhausen, Stadtallendorf und Lahn-Dill-Bergland

Marburg-Biedenkopf – Förderbescheide für die Dorf- und Regionalentwicklung in einer Gesamthöhe von 315.384 Euro hat Landrätin Kirsten Fründt an die Vertreter der Universitätsstadt Marburg, der Stadt Stadtallendorf, der Gemeinde Münchhausen und der Region Lahn-Dill-Bergland übergeben. Mit dem Geld werden zwölf Projekte gefördert, die Lebensqualität und Infrastruktur in der Region weiter steigern sollen.

Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Stadtallendorfs Erster Stadtrat Otmar Bonacker und Münchhausens Bürgermeister Peter Funk sowie Regionalmanagerin Marion Klein nahmen die Bescheide im Marburger Landratsamt entgegen.

„Wir haben gemeinsam die Aufgabe, den ländlichen Raum als attraktiven Lebensraum zu erhalten, eine gute Lebensqualität zu schaffen und die Infrastruktur langfristig zu sichern“, stellte Landrätin Kirsten Fründt fest. Dazu gehöre auch, dörfliche Lebensformen sowie das bau- und kulturgeschichtlichen Erbe in den Dörfern zu erhalten. „Ein Baustein ist dabei das Dorf- und Regionalentwicklungsprogramm, das über Fördertöpfe des Landes und der Europäischen Union wichtige finanzielle Impulse für kommunale und private Projekte gibt“, so die Landrätin.

Für die Dorfentwicklung in den Marburger Außenstadtteilen erhält die Universitätsstadt Marburg Fördergelder in einer Gesamthöhe von 14.257 Euro. Davon setzt die Stadt 4.503 Euro für eine Voruntersuchung und die Entwicklung eines Konzeptes ein, wie das ehemalige Feuerwehrgerätehaus im Stadtteil Moischt für die Dorfgemeinschaft genutzt werden kann. Erste Ideen sehen dort einen belebten Ortsmittelpunkt. Zuvor soll ein Konzept erarbeitet werden, dass auch den Sanierungsaufwand an dem Gebäude beleuchtet. Von den kalkulierten Gesamtkosten in Höhe von 9.744,49 Euro sind 8.188,65 als förderfähig anerkannt. Die Förderquote beträgt hier 55 Prozent.

Eine Förderung in Höhe von 1.320 Euro erhält die Universitätsstadt für Praxis-Workshops für Bauherren. Dabei soll Eigentümern von historischen Fachwerkgebäuden in den Stadtteilen Wissen über Instandsetzungsarbeiten an ihren Häusern vermittelt werden. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme sind mit 2.856 Euro kalkuliert. Davon wurden 2.400 Euro als förderfähig angesehen. Die Förderquote beträgt auch hier 55 Prozent.

Mit einer Förderung in Höhe von 3.031 Euro sollen in den Marburger Außenstadtteilen örtliche Akteure zu Kümmerern geschult werden, die für Gespräche mit Gebäude-Eigentümern zur Verfügung stehen, damit das Prinzip der Innenentwicklung in den Ortskernen weiter belebt werden kann. Die Gesamtkosten für dieses Projekt sind mit 6.559,88 beziffert. 5.512,50 Euro davon sind förderfähig. Auch hier beträgt die Förderquote 55 Prozent.

Ehrenamtliches Engagement spielt bei der Dorfentwicklung eine wichtige Rolle. Ein Projekt der Universitätsstadt Marburg beschäftigt sich daher mit einer Veranstaltungsreihe in den Stadtteilen, um über die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements zu informieren. Die Kosten für dieses Projekt sind mit 4.123,35 Euro kalkuliert, wovon 3.465 Euro förderfähig sind. Bei einer Förderquote von 55 Prozent beträgt der Zuschuss 1.905 Euro.

Im Rahmen des integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) wurden Projektideen für die Marburger Stadtteile entwickelt. Von den Arbeitsgruppen sollen die Projektideen nun weiter ausgearbeitet und für die Umsetzung vorbereiten werden. Um Arbeitsstrukturen und Prozesse für das weitere Verfahren auf den Weg zu bringen, sollen die Akteure von einem Planungsbüro unterstützt werden. Hierfür erhält die Stadt eine Förderung in Höhe von 4.098 Euro. Die Gesamtkosten sind mit 8.867,88 Euro kalkuliert, wovon 7.452 Euro förderfähig sind. Die Förderquote beträgt 55 Prozent.

Mit einer Fördersumme in Höhe von 114.705 Euro kann die Gemeinde Münchhausen den Anbau eines Dorfcafés an das Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Oberasphe Wirklichkeit werden lassen. Dieser Anbau soll auch Raum für einen aktiven, moderierten und freien Kulturbetrieb in dem Dorf bieten. Die Gesamtkosten sind auf 182.000 Euro kalkuliert, davon sind 152.941,17 Euro förderfähig. Der Zuschuss aus der Dorfentwicklung beträgt 114.705 Euro bei einer Förderquote von 75 Prozent.
89.178 Euro erhält die Gemeinde Münchhausen für die Funktionsverbesserung im Dorfgemeinschaftshaus Simtshausen. Hier wird eine barrierefreie Toilette eingebaut und die Beleuchtung wird auf LED-Technik umgestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 141.498,95 Euro, wovon 118.905 Euro förderfähig sind. Die Förderquote beträgt hier 75 Prozent.

Im Stadtallendorfer Stadtteil Hatzbach wird mit einem Zuschuss in Höhe von 19.817 Euro der Zugang zur Kirche im Rahmen der Dorfentwicklung barrierefrei gestaltet. Bisher ist die Kirche nur über eine Treppe zu erreichen. Nun soll ein gepflasterter Weg Kirchenbesuchern mit Rollstuhl oder Rollator den Zugang zur Kirche erleichtern. Das Projekt ist mit 42.877,80 Euro kalkuliert, davon sind 36.031,76 Euro förderfähig. Die Förderquote beträgt 55 Prozent.
Ebenfalls im Stadtteil Hatzbach soll ein Fußweg zwischen Dorfplatz und dem alten Friedhof gebaut werden. Diese Maßnahme ist Teil der Neugestaltung der Ortsmitte. Gefördert wird diese Maßnahme mit 29.403 Euro. Die Gesamtkosten sind mit 63.619,49 Euro kalkuliert, hiervon sind 53.461,76 Euro förderfähig. Die Förderquote beträgt hier 55 Prozent.

Im Rahmen der Regionalentwicklung erhält die Region Lahn-Dill-Bergland für die Einrichtung eines Begegnungscafés im Gladenbacher Weltladen (getragen von der evangelischen Kirchengemeinde Gladenbach) eine Förderung in Höhe von 23.938 Euro. Damit soll Gladenbach um einen weiteren attraktiven Treffpunkt, an dem sich regelmäßig Ehrenamtliche engagieren, bereichert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 48.111,92 Euro, förderfähig sind 39.897,53. Die Förderquote beträgt 60 Prozent.

Die Region Lahn-Dill-Bergland erhält außerdem eine Förderung in Höhe von 8.400 Euro für die Schulung von „Dorfaktivisten“. Mit der Schulung sollen Ortsbeiräte, Vereinsvorstände und andere geeignete Kümmerer weitergebildet werden, um ihre aktivierende Rolle im Dorf erfolgreich ausüben zu können. Die Schulungsthemen reichen von Teamentwicklung, Projektbeispielen und Fördermöglichkeiten über Moderationstechniken oder Veranstaltungsorganisation bis hin zu Kleingruppenarbeit zur Entwicklung konkreter Objekte. Hierfür wurden Gesamtkosten in Höhe von 16.660 Euro kalkuliert, wovon 14.000 förderfähig sind. Die Förderquote beträgt 60 Prozent.

Teil der Regionalentwicklung in der Region Lahn-Dill-Bergland sind die Aktivitäten des Vereins „SchauVoraus e.V.“ Für den Kauf eines behindertengerechtes Fahrzeuges fließt hier ein Zuschuss in Höhe von 15.086 Euro. Der gemeinnützige Verein „SchauVoraus e. V.“ hilft Menschen mit Behinderungen. Durch den Kauf eines behindertengerechten Fahrzeugs soll eine wichtige zusätzliche Leistung angeboten werden, um Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, eine zusätzliche Hilfestellung im Alltagsleben zu geben. Die Erreichbarkeit der Einrichtungen zur Erfüllung des täglichen Bedarfs wird so auch für diejenigen, die aufgrund ihrer Behinderung den Bürgerbus der Stadt Biedenkopf nur eingeschränkt nutzen können, deutlich verbessert. Die Gesamtkosten dieses Projekt sind mit 35.906,42 Euro kalkuliert, förderfähig sind dabei 30.173,46 Euro. Die Förderquote beträgt 50 Prozent.

Hintergrund:
Die Ziele der Dorfentwicklung
- Innenentwicklung stärken: Erhalt und Stärkung einer guten Wohn- und Lebensqualität
- Aufbau sozialer und kultureller Netzwerke zur Förderung der Daseinsvorsorge
- Erhalt der Vielfalt dörflicher Lebensformen
- Zukunftspotentiale in wirtschaftlicher und sozialer Sicht nutzen und ausbauen
- Lösungskonzepte entwickeln, um dem Demographischen Wandel zu begegnen
- Energetische Sanierung, Steigerung der Energieeffizienz
- Leerständen entgegenwirken
- Aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger

Die Europäische Union und das Land Hessen unterstützen ländliche Regionen mit speziellen Förderprogrammen, die als Anschubfinanzierung für eigenständige Regionalentwicklungen gedacht sind. Dabei soll das vorhandene Potenzial genutzt und die Stärken der Regionen ausgebaut werden.